Livestream: NaDiRa Lecture: „A history of ignorance“ – Wie die historische Forschung zur deutschen Migrationsgesellschaft Rassismus ausblendet (DeZIM)

19. Jan 2023 - 18:00

Veranstalter_in:
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.

Quelle: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.

Rassistische Wissensbestände und Praktiken aus der Kolonialzeit, dem Nationalsozialismus und der Zeit des "Gastarbeiter"-Regimes spielen bis heute in Deutschland eine wichtige Rolle. Vermeintlich neutrale soziale Normen, auf denen unsere Gesellschaftsordnung fußt, sind eng mit historischen rassistischen Narrativen verbunden. Welche methodischen und ethischen Fragen ergeben sich daraus für die deutsche historische Forschung zu Rassifizierung, "Rasse" und Rassismus? Welche Berührungspunkte gibt es zwischen der historischen Migrations- und der historischen Rassismusforschung?

Anhand von Beispielen aus ihrer Forschung zur deutschen Migrationsgeschichte wird PD Dr. Maria Alexopoulou (Historikerin, Universität Mannheim/Technische Universität Berlin) für den Zeitraum zwischen 1945 und 1990 aufzeigen, dass und wie rassistisches Wissen im Alltag, in Institutionen und Strukturen tradiert wurde. Dabei wird es auch darum gehen, wie rassistische Wissensbestände an die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst wurden und welche Rolle Ignoranz als epistemische Voraussetzung von Rassismus spielt. Dr. Minu Haschemi Yekani (Historikerin, Freie Universität Berlin) wird den Beitrag von Maria Alexopoulou vor dem Hintergrund ihrer kolonial- und globalhistorischen Expertise kommentieren. Dr. Kimiko Suda (Soziologin, Technische Universität Berlin) moderiert die anschließende gemeinsame Diskussion.

Die Veranstaltung ist Teil der NaDiRa Lecture Series 2022/3 zum Thema "Methodik und Ethik in der Rassismusforschung".

Referent*innen

Vortrag: PD Dr. Maria Alexopoulou (Universität Mannheim, TU Berlin)
Kommentar: Dr. Minu Haschemi Yekani (FU Berlin)
Moderation: Dr. Kimiko Suda (TU Berlin)

Wann?

am Donnerstag, dem 19. Januar, um 18 Uhr

Wie/wo?

Per YouTube-Livestream. Es ist keine Anmeldung nötig.

Ein Mitschnitt wird zur Verfügung gestellt. 

An der Diskussion beteiligen können Sie sich entweder über den YouTube-Livechat oder, indem Sie uns Ihre Fragen und Kommentare an veranstaltungen@dezim-institut.de senden. 

Über den Rassimusmonitor (NaDiRa) 

Die NSU-Morde, die Anschläge von Halle und Hanau sowie die internationalen Proteste nach dem Mord an George Floyd haben in den vergangenen Jahren den Ruf nach einer vertieften und wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit Rassismus in Deutschland lauter werden lassen. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) damit beauftragt, die Ursachen, das Ausmaß und die Folgen von Rassismus in Deutschland wissenschaftlich zu untersuchen. Das DeZIM hat dazu im Jahr 2020 den Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) gestartet.

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) forscht zu Integration und Migration, zu Konsens und Konflikten, zu gesellschaftlicher Teilhabe und zu Rassismus. Es besteht aus dem DeZIM-Institut und der DeZIM-Forschungsgemeinschaft. Das DeZIM-Institut hat seinen Sitz in Berlin-Mitte. In der DeZIM-Forschungsgemeinschaft verbindet sich das DeZIM-Institut mit sieben anderen Einrichtungen, die in Deutschland zu Migration und Integration forschen. Das DeZIM wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.