30. Sept. 2025 • nadis 

Nadis-Klausur 2025: Gemeinsame Wege durch schwierige Zeiten

Nadis-Klausur 2025: Gemeinsame Wege durch schwierige Zeiten

Am 25. September fand unsere jährliche Klausur statt. In diesem Jahr stand das Thema im Mittelpunkt, wie wir mit den zunehmenden gesellschaftspolitischen Belastungen umgehen. Wie halten wir es aus, dass Errungenschaften für eine Antidiskriminierungskultur unter Druck gesetzt und Entscheidungen in Richtung Chancengerechtigkeit neu verhandelt werden? Welche Einflussmöglichkeiten haben wir als Netzwerk, und wo positionieren wir uns als relevanter Pfeiler in der Demokratielandschaft Sachsens?

Nadis versteht sich als Indikator dafür, welche Voraussetzungen die Politik für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen schaffen muss. Das Netzwerk ist Verbündeter der NGOs und Initiativen, die mit ihrer Arbeit für demokratische Teilhabe und Chancengerechtigkeit zunehmend unter Druck geraten. Wir haben uns dazu verständigt, welche Rolle das Nadis-Netzwerk in den nächsten fünf Jahren spielen kann. Unser Ziel ist es, gut miteinander in Kontakt zu bleiben, den Fokus klar zu setzen und Synergien intensiver zu nutzen. Das Netzwerk wird als Chance und Stärke begriffen in der Ambiguitätstoleranz dieser Fragen: Wie können wir gemeinsam auch in widrigen Zeiten überleben, wenn die Diskriminierungssensibilität sinkt? Wie halten wir durch, in der Annahme, dass sich die Zustände perspektivisch verschlechtern könnten?

Im zweiten Teil der Klausur haben wir uns vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts den Themen Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus in Sachsen und in Deutschland gestellt. Dabei haben wir die Erkenntnisse und Zahlen der RIAS-Meldestelle nach dem 7. Oktober 2023 betrachtet sowie die Statistik von CLAIM- der Allianz gegen Islam- und Muslim­feind­lichkeit. Beide Erhebungen zeigen einen deutlichen Anstieg der Diskriminierungs- und Gewaltvorfälle. Sie verdeutlichen die Dringlichkeit von Präventions- und Gegenstrategien sowie einer engagierten Aufklärungsarbeit, um Diskriminierung in all ihren Formen wirkungsvoll zu begegnen.

Ausblick: Was bedeutet das für die nächsten Jahre des Netzwerkes? Wir sehen Chancen darin, die im Netzwerk vorhandenen Fachexpertisen noch stärker zu nutzen. Diese für die Politik und Fachöffentlichkeit zu bündeln, um die jeweiligen Diskriminierungsthemen in ihren intersektionalen Verschränkungen mittels Öffentlichkeitsarbeit und Fachveranstaltungen stärker sichtbar zu machen. Wir wollen weitere Bündnisse schließen und vorhandene ausbauen, um die Bedeutung der Antidiskriminierungskultur zu erhalten, demokratische Teilhabe zu stärken und gemeinsam robuste Strategien gegen Diskriminierung zu entwickeln. Die kommenden Jahre sollen genutzt werden, um die Resilienz der Antidiskriminierungsarbeit zu fördern und politische sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Sachsen kritisch zu begleiten.

Man sieht mehrere Personen von hinten, die in einem Stuhlkreis sitzen. zwei Personen sitzen im Rollstuhl. Eine Person steht mit dem Rücken zu uns und pinnt gerade ein Moderationskärtchen an eine Pinnwand, an der auch schon andere Moderationskärtchen hängen. Auf einem Holzboden liegt ein Flipchart-Papier auf dem steht: "Wie wollen wir das Netzwerk nutzen? Auf welchen Wegen? Mit welchen Mitteln? Darunter sind beschriebene Moderationskarten zu sehen. Der Text ist unleserlich. Neben dem Papier sieht man vier Personen stehen, von dreien sieht man nur Füße und Beine. Von einer dritten ist auch der Oberkörper zu sehen. Sie beugt sich zum Papier.


Fotos: Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.