Eine Fotografie zeigt ein Wartezimmer mit drei weißen Plastikstühlen, die auf einem Parkettfußboden stehen. An der weißen Wand hängt eine Uhr, die auf 10:10 Uhr steht. Über den Stühlen ist ein grüner Schriftzug „Wir behandeln das - Diskriminierung im Gesundheitswesen ansprechen und handeln“ zu lesen.

Diskriminierung im Gesundheitswesen ist kein Randphänomen! Sie kann bei der Aufnahme von Patient*innen, im Praxisalltag, bei Diagnosen und in Behandlungsverläufen stattfinden. Umso wichtiger ist es, Barrieren zu benennen und abzubauen, Diskriminierungs-mechanismen zu erkennen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die eigene Praxis zu entwickeln.

Wir gehen gemeinsam den Fragen nach:

Wie zeigt sich Diskriminierung konkret im Gesundheitswesen?
Was wissen wir aus Forschung und Praxis?
Wie können Fachkräfte diskriminierende Strukturen und
Situationen erkennen und professionell damit umgehen?
Und welche Möglichkeiten gibt es für Betroffene, Beratung und Unterstützung zu erhalten?

Fachwissen, Praxis und Austausch werden verbunden und Impulse für eine diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung gesetzt.

kurz und knapp

Was: Fachtag „Wir behandeln das - Diskriminierung im Gesundheitswesen ansprechen und handeln“

Wann: Donnerstag, 05. November 2026 | 13:00 - 18:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)

Wo: Leipziger KUBUS | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung I Permoserstraße 15 I 04318 Leipzig

Anmeldung: Sie können sich unten über unser Formular anmelden. Sollte es technische Schwierigkeiten geben, können Sie sich gerne an veranstaltung@adb-sachsen.de wenden.

Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte und Multiplikator*innen im Gesundheitswesen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Entscheidungs träger*innen und Interessierte, die sich für eine diskriminierungssensible und zugängliche Gesundheitsversorgung einsetzen.

Hier geht es zum Programm, das spannende Fachimpulse, eine Podiumsdiskussion sowie praxisorientierte Workshops umfasst. Außerdem bieten sich vielfältige Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung.

Es werden keine Teilnahmegebühren erhoben.

Die Sächsische Landesärztekammer vergibt 6 Fortbildungspunkte für die Teilnahme an der Veranstaltung.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier zum Download.


Barrierefreiheit

Die Zugänge zum Gebäude und den Veranstaltungsräumen sind für Rollstühle geeignet. Es gibt Fahrstühle im Haus und barrierefreie WCs. Die kostenlosen Parkplätze befinden sich in einer Tiefgarage mit Aufzugsnutzung. Es kann eine Dolmetschung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) angeboten werden.


Anmeldung

Hiermit bestätige ich die Datenschutzbestimmungen.
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Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anmeldung benutzt. Mit dem Absenden des Anmeldeformulars erkläre ich mich mit der Verarbeitung einverstanden.

Programm

Moderation: Anna Sabel, Verband binationaler Familien und Partnerschaften

12:30 Uhr Ankommen

13:00 Uhr Auftakt

Begrüßung und Einführung

13:20 Uhr Sichtbar machen. Verstehen.

Fachimpulse zu Daten, Erfahrungen und Erscheinungsformen

Diskriminierung im Gesundheitswesen in Sachsen mit dem Fokus Altersdiskriminierung 

Dr.in Andrea Blumtritt, Landesbeauftragte für Antidiskriminierung

Forschungsergebnisse und Erscheinungsformen von Diskriminierung

Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin, Soziologin, Erziehungs-und Gesundheitswissenschaftlerin, ASH Berlin

Beratungs- und Beschwerdemöglichkeiten bei Diskriminierung im Gesundheitswesen 

Iris an der Heiden, Projektleiterin Gesundheitspolitik, IGES-Institut

14:30 Uhr Benennen. Reflektieren. Handeln.

Praxisnahe Workshops

Mehrdimensionale Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung

Diskriminierung im Gesundheitssystem wirkt oft mehrdimensional und ist dadurch besonders komplex. In diesem Workshop werden Grundlagen zum Thema Intersektionalität vermittelt. Wir betrachten die Struktur und Folgen epistemischer Gewalt in Gesundheitsforschung und -praxis. Durch eine gemeinsame Analyse von Fallbeispielen lernen Teilnehmende mehrdimensionale Diskriminierung besser zu erkennen und Handlungsoptionen für die Praxis zu entwickeln.

Referent*innen: Anne Lenk & Mary Gomes (Genderkompetenzzentrum Sachsen)

Queersensible Gesundheitsversorgung

Welchen Herausforderungen begegnen queere Menschen im Gesundheitssystem? Wie kann Gesundheitsvorsorge und Behandlung für die Bedarfe von trans, inter und nicht-binären Personen gut gelingen? Der Workshop sensibilisiert für die Perspektiven, Hürden und Bedürfnisse von queeren Personen und legt den Fokus insbesondere auf praktische Handlungsoptionen für einen professionellen Umgang mit sexueller und geschlechtliche Vielfalt.

Referent*innen: Dr. Nick Heinz & Lio Riske, (TIAM e.V.), Anne Liebeck (Gerede e.V.)

Rassismus im Gesundheitswesen – Monitoring für die Frauen*gesundheit

Wie zeigt sich rassistische Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung geflüchteter und migrantischer Frauen* – und wie können einzelne Erfahrungen für strukturelle Veränderungen nutzbar gemacht werden?

In diesem Workshop gibt NURA.Leipzig e. V. Einblicke in das Rassismus-Monitoring in der Frauen*gesundheit. Anhand anonymisierter Fälle aus Beratung, Begleitung und Monitoring betrachten wir wiederkehrende Diskriminierungserfahrungen und Barrieren, insbesondere in der gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung.

Gemeinsam beschäftigen wir uns damit, wie Diskriminierung erkannt, dokumentiert und bearbeitet werden kann. Welche Möglichkeiten der Beratung, Beschwerde und Unterstützung gibt es? Wie können Fachkräfte betroffene Frauen* bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen? Und wie können dokumentierte Einzelfälle dazu beitragen, strukturelle Probleme sichtbar zu machen und Veränderungen anzustoßen?

Referent*innen: Nimo Mahahi & Anna Feldhoff (NURA.Leipzig e.V.)

Barrieren abbauen – Gesundheitsversorgung inklusiv gestalten

Menschen mit Behinderungen erleben im Gesundheitswesen vielfältige Barrieren – von unzugänglichen Räumen und fehlenden Informationen bis hin zu Kommunikationshürden, Vorurteilen und strukturellen Benachteiligungen.

Dieser Workshop richtet den Blick auf die Frage: Was macht Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen zugänglich – und wo können wir selbst Barrieren abbauen?

Gemeinsam reflektieren wir typische Barrieren im Gesundheitswesen, betrachten unterschiedliche Perspektiven und entwickeln konkrete Ideen für eine zugänglichere, respektvolle und inklusive Gesundheitsversorgung.

Referent: Thomas Naumann (LAG Selbsthilfe Sachsen e.V.)

Beschwerdestellen in Kliniken - Aufbau und Funktion

In Deutschland gilt seit dem 18. August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Eine AGG Beschwerdestelle nach § 13 AGG ist ein zentraler Pfeiler einer Antidiskriminierungsstrategie in der eigenen Organisation.

In diesem Workshop geben wir einen Kurzüberblick über den Geltungsbereich des AGG im Kontext Kliniken und umreißen die Funktion und den idealtypischen Aufbau einer AGG Beschwerdestelle.

Der Workshop richtet sich an alle, die Interesse für das Thema mitbringen.
Und im Besonderen an Mitarbeitende, die bereits in Strukturen dieser Art arbeiten oder solche, die mit der Entwicklung entsprechender Strukturen beauftragt sind.

Wir wollen im Rahmen des zeitlich möglichen gern mit euch und Ihnen über eigene Erfahrungen aus der Praxis sowie Herausforderungen und Handlungsempfehlungen ins Gespräch und in den Austausch kommen.

Referentinnen: Dr. Anyela Urrego & Elisabeth Wöllhaf (Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.)

16:00 Pause

Zeit für Vernetzung, Snacks und Getränke

16:30 Uhr Was braucht es für Veränderung?

Paneldiskussion mit Perspektiven aus Verwaltung, Ärzteschaft, medizinischer Praxis, Beratung und Selbstvertretung

Mit Dr.in Andrea Blumtritt, Stephan Bialas (Sächsische Landesärztekammer), Alaa Eddin Alyoussef (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie), David Grazl (Bischofswerda inklusiv, Selbstvertreter und Aktivist) und Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

17:30 Uhr Vom Wissen zum Handeln

Erkenntnisse bündeln und Handlungsperspektiven entwickeln

18:00 Uhr Ende


Markt der Möglichkeiten

Parallel zum Programm findet ab 12:30 Uhr der "Markt der Möglichkeiten" statt. Hier stellen sich verschiedene Projekte und Organisationen vor, die sich mit der Thematik beschäftigen. Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zur Information und Vernetzung.


Antidiskriminierungsregel

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


Förderung und Unterstützung

Gerfördert vom Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt:

Logo Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Freistaats Sachsen


Unterstützt durch die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. (SLfG):

Logo vom die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. (SLfG)