Startseite

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen (ADB)

...ist eine zentrale Anlaufstelle im Freistaat Sachsen für alle Fragen zu Diskriminierung aufgrund rassistischer Zuschreibungen, ethnischer Herkunft, Religion und Weltanschauung, des Geschlechts, der sexuellen Identität, des Lebensalters oder Behinderung sowie Mehrfachdiskriminierung.

Podiumsdiskussion "Antidiskriminierungspolitik in Sachsen" (15.07.2016)

Das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (NADIS) lädt zur Podiumsdiskussion "Antidiskriminierungspolitik in Sachsen" am 08. September 2016 nach Dresden ein. Die Podiumsdiskussion möchte Politik und Zivilgesellschaft in einen Austausch zu Antidiskriminierungpolitik in Sachsen bringen und den aktuellen Stand der Diskussion und mögliche Entwicklungslinien widerspiegeln. 

Dabei werden folgende Fragen eine Rolle spielen: Was ist aus Sicht der Akteur_innen aus dem Bereich Antidiskriminierung wichtig, um eine zielgruppenübergreifende Antidiskriminierungspolitik in Sachsen zu realisieren? Was plant das Land Sachsen in Hinblick auf Antidiskriminierung? Welche bundesweiten unterschiedlichen Umsetzungs-Modelle gibt es?

Diesen Artikel lesen: Podiumsdiskussion "Antidiskriminierungspolitik in Sachsen"

Verwaltungsgericht Augsburg kippt Kopftuchverbot für Rechtsreferendarin (15.07.2016)

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat am 30. Juni 2016 entschieden, dass die an eine Rechtsreferendarin muslimischen Glaubens gerichtete Auflage, mit der ihr „bei Ausübung hoheitlicher Tätigkeit mit Außenwirkung“ das Tragen eines Kopftuchs verboten wird, rechtswidrig ist.

Die Klägerin Aqilah S. ist Referendarin im Bezirk des Oberlandesgerichts München. Da sie sich aus Glaubensgründen weigerte, das Kopftuch abzulegen, durfte sie während ihrer Ausbildung an einem Zivilgericht nicht wie für Referendare üblich am Richtertisch Platz nehmen, sondern musste den Verhandlungen aus dem Zuschauerraum folgen. Auch die Sitzungsleitung unter der Aufsicht des Ausbildungsrichters, wie sie im Rechtsreferendariat üblicherweise auf den Referendar übertragen wird, durfte Aqilah S. nicht übernehmen. Nachdem sie sich zunächst erfolglos im Beschwerdeweg gegen die Auflage gewandt hatte, erhob sie vor dem Verwaltungsgericht Augsburg Klage (Az. Au 2 K 15.457). Das Verwaltungsgericht gab ihr vollumfänglich Recht. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat es die Berufung zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München zugelassen.
 
"Das ist heute nicht nur eine erfreuliche Bestätigung für mich, dass mir in meiner Ausbildung Unrecht geschehen ist, sondern auch eine Bestätigung für unseren Rechtsstaat. Ich hoffe, dass deutlich wird, dass Kopftuchverbote gerade in Abhängigkeitsverhältnissen keinen Bestand haben dürfen. Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung sowie der gegenseitige Respekt verschiedener Lebensentwürfe ist wesentlich für eine spannungsfreie pluralistische Gesellschaft,“ erklärt Aqilah S. im Anschluss an die Verhandlung.

Diesen Artikel lesen: Verwaltungsgericht Augsburg kippt Kopftuchverbot für Rechtsreferendarin

© ADB 2014