15. Okt 2019 • Allgemein 

Kommentar des NSU-Tribunals zum Anschlag in Halle: "Die Geschichte des neonazistischen Terrors hat unmissverständlich gezeigt: Es gibt keine rechten 'Einzeltäter'..."

Zum Anschlag in Halle hat das Netzwerk Tribunal ‚NSU-Komplex auflösen‘ auf ihrer Webseite einen Kommentar veröffentlicht, den wir in seiner Perspektive auf die Hintergründe zur Tat teilen:

"Rechter Terror greift uns alle an

Wir senden den Betroffenen der Anschläge von Halle, ihren Angehörigen und der jüdischen Gemeinschaft unsere Solidarität und unser Mitgefühl. An der Tat zeigt sich nun einmal mehr, dass Antisemitismus und Rassismus in der neonazistischen Ideologie untrennbar miteinander verbunden sind. Der rechten Hetze wohnt der Mord inne. Was muss noch passieren, damit die Nazis in diesem Land endlich entwaffnet werden?

Der Angriff auf die Synagoge in Halle steht für den jahrhundertealten antisemitischen Hass in Deutschland, der nicht abreißt und jüdisches Leben überall dort bedroht, wo es öffentlich sichtbar wird. Der rassistische Mord im Döner-Imbiss erinnert uns an die NSU-Morde und richtet sich gegen die Migrationsgesellschaft, zu der auch Juden und Jüdinnen gehören.

Bereits wenige Stunden nach der Tat gehen die Ermittler*innen routiniert von einem „Einzeltäter“ aus. Dabei rekurriert der Täter auf ein internationales Netzwerk und Vorbilder wie die Attentäter von Christchurch und Pittsburgh.

Die Geschichte des neonazistischen Terrors hat unmissverständlich gezeigt: Es gibt keine rechten „Einzeltäter“..."